Monatsbericht 11 / 2020

Aktualisiert: 16. Dez 2020



Rückblick November 2020

  • Feste Zielmärkte (u.a. DAX +15% / MDAX: +14%%)

  • FUNDament Total Return: +0,4% im November, +30,3% YTD und +31% im 12-Monatsvergleich

  • Ausblick: „A bull market is like sex. It feels best just before it ends.“ (Warren Buffet, im Februar 2014)

Liebe Investorinnen & Investoren,

liebe Interessentinnen & Interessenten,


auf einen schwachen Oktober folgte im November ein kräftiger Anstieg der Aktienmärkte, ausgelöst durch eine voraussichtliche Machtverteilung in den USA zwischen Republikanern und Demokraten, aber insbesondere durch positive Phase 3-Ergebnisse mehrerer C-19 Impfstoffkandidaten. Begleitet wurde die Kurserholung durch eine kurzzeitige, in dem Ausmaß selten zu beobachtende Sektor-Rotation, mit Tagesverlusten bei Corona-Gewinnern von mehr als 20% bei gleichzeitigem sehr starken Anstieg von Unternehmen wie Lufthanse oder Airbus. Per Saldo legte der DAX im Berichtszeitraum um 15% und der MDAX um 14% zu. Auch die internationalen Märkte konnten zweistellig zulegen. Aufgrund der starken Absicherung verbesserte sich der FUNDament Total Return um lediglich 0,4%. Die Absicherung des Fonds belastete den Fonds im November mit knapp 6%. Im aussagekräftigeren 2-Monatsvergleich legte der Fonds um rund 6% zu, verglichen mit eine Anstieg des DAX von rund 4%. Seit Jahresanfang verbesserte sich der Fonds um rund 30% und um rund 31% im 12-Monatsvergleich, bei gleichzeitig deutlich unterdurchschnittlicher Volatilität und Max Drawdown. In den vergangenen Berichtsperioden wurde im Fonds sukzessive die Ausrichtung verändert. Insbesondere wurde thematisch der Bereich Home & Living deutlich reduziert und einige attraktiv bewertete Value Titel aufgenommen bzw. aufgestockt.


Die euphorische Stimmung an den Börsen wurde durch einen Dreiklang von einer absehbaren Durchimpfung der Gesellschaft und Rückkehr zum normalen Leben, eine noch nie dagewesene expansive Fiskalpolitik bei gleichzeitig extrem expansiver Geldpolitik ausgelöst. Diese würde dazu führen, so die Theorie, dass niedrig bewertete Value-Aktien reüssieren sowie hoch bewertete Technologieaktien aufgrund mangelnder Alternativen sich weiterhin positiv entwickeln. Anders können Umsatzbewertungen von z.T. im mittleren 2-stelligen Bereich nicht erklärt werden. In diesem Szenario befindet sich der Aktienmarkt in seiner eignen Welt, die Bewertungsbenchmark des risikofreien Zinses ist dauerhaft verloren, die Gewinnentwicklung positiv. Eine Begleiterscheinung dieser Gemengelage ist die derzeit sehr offensive Marktpositionierung, rekordhohe Volumina von Call-Optionen sowie sehr niedrige Leerverkaufsvolumina.


Ausnahmsweise wird an dieser Stelle auf ein Zitat des erfolgreichen Valueinvestors Warren Buffet zurückgegriffen: „A bull market is like sex. It feels best just before it ends!“. Aber was soll schiefgehen? In einem aufgrund demographischer Entwicklungen, hoher Verschuldung und fortschreitender Digitalisierung grundsätzlich deflationären Umfeld treffen mehrere Faktoren zusammen, die ein temporär starkes Comeback der Inflation möglich erscheinen lassen. Zwar hat die FED vor einigen Monaten in vorauseilendem Gehorsam bereits beschlossen, dass die Inflation über einen begrenzten Zeitraum das Ziel von 2% übertreffen darf. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass es zumindest bis 2,5% unproblematisch bleiben wird. Aber kaum jemand kann die Folgen einschätzen, wenn die extreme Fiskal- und Geldpolitik auf ein Umfeld trifft, wo eine Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens einhergeht mit höheren Kosten durch gestörte Lieferketten, geringeren Kapazitäten (zB im Hotelbereich) sowie einem zu erwartenden Anstieg der Rohstoffpreise aufgrund eines jahrelangen Investitionsstaus. Was passiert, wenn die Politik in einem solchen Szenario deutlich überstimuliert hat? Da die Maßnahmen mit “leads and lags“ wirken, könnte ein Überschießen der Inflation zu höheren Langfristzinsen, höheren Spreads hochverschuldeter Unternehmen sowie erstmalig auch restriktiven Notenbankmaßnahmen führen.


Die Positionierung des FUNDament Total Return bleibt aufgrund der weiterhin hohen Unsicherheit unverändert defensiv / marktneutral.

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